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Schleier vor den Augen...



Der Nebel wirkt wie ein Schleier, der die Sicht verhüllt. Und damit ist symbolhaft ausgedrückt, was in der spirituellen Sprache bzw. der Yoga-Philosophie als Unwissenheit benannt ist. Das größte Hindernis auf dem Weg der Selbst-Entwicklung ist demnach unsere Unwissenheit. Wir wissen nicht, was wahr ist. Wir haben es vergessen. Wir haben auch vergessen, was wir sind. Wir haben ein Selbst-Bildnis entworfen, was unserer inneren Wahrheit nicht entspricht, was wir aber für die Wahrheit halten. Und wir schaffen uns Schein-Wahrheiten in der Welt, die wir sehen und an die wir glauben (wollen). Doch diese Schein-Wahrheiten in unserer Schein-Welt sind genauso unwirklich wie das, was wir vermeintlich für unsere Identität halten: unsere Persönlichkeit, unseren Körper, unsere Gedanken und die Bilder von uns selbst und von anderen. Wir alle leben im Grunde in unserer eigenen Schein-Welt, weil keine Welt der anderen gleicht. Das denken wir nur. Aber diese Annahme kann man schnell widerlegen, wenn man zwei Menschen, die gemeinsam ein Erlebnis teilten, nach ihrem Erleben befragt. Bisweilen bekommt man zwei unterschiedliche Geschichten.

Wie kann das geschehen?

Unsere Wahrnehmung ist geprägt durch unsere vergangenen Erfahrungen und unsere Wahrnehmungs- Filter in Form von Vorannahmen, Glaubenssätzen, Vorlieben und Abneigungen, Sympathien und Antipathien, Wünschen und Ängsten. Unsere Wahrnehmung ist dadurch selektiv und beschränkt. Zudem fügen wir unseren Sinnesreizen eigene Interpretationen hinzu, die wiederum aus vergangenen Erfahrungen und unseren Glaubenskonzepten gespeist werden. So wiederholen wir praktisch das, was wir bereits erfahren haben und glauben, immer wieder. Erst das Aufdecken dieser Mechanismen führt zu neuer Bewusstheit und neuen Erkenntnissen. Voraussetzung ist, dass wir bereit dafür sind, an unseren alten Mustern zu rütteln und sie in Frage zu stellen. Sie aufzudecken. So können wir nach und nach unsere selbst entworfenen Schleier lüften und wir sehen irgendwann klarer. Und wir erkennen die Wirklichkeit, wie sie ist und immer war, auch wenn ein Schleier darüber gelegen hat. Denn die Wirklichkeit ist unveränderlich und IST einfach. Auch wenn man sie nicht zu sehen glaubt.

Vielleicht fragst du dich, was die Wirklichkeit ist?

Die Yoga-Philosophie würde antworten: Reines Sein, Bewusstsein, Glückseligkeit oder eben: REINE LIEBE


Anwendung in der Praxis:

Ziehe bei all deinen Gedanken, Urteilen und Bewertungsmustern in Erwägung, dass es eine andere Sicht auf die Dinge geben kann, auch wenn du sie (noch) nicht sehen kannst (willst).

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